Lexikon der didaktischen Animation -> Gestaltprinzip

Gestaltprinzip

Ein Gestaltprinzip ist im Sinne der Gestaltpsychologie eine elementare Sinneserscheinung, die mit einer bestimmten Deutung verbunden ist. Objekte, die z.B. in der Nähe zueinander stehen, werden als zusammengehörig wahrgenommen. Eine Seuquenz aus Einzelbildern lässt einen flüssigen Bewegungsablauf erkennen. Vergleicbare Phänomene lassen sich auch im Bereich der akustischen Wahrnehmungen feststellen.

Beispiele für visuelle Gestaltpinzipien sind (in freier Anlehung an Wertheimer):

Gestaltprinzip der räumlichen Nähe: Die Kreise liegen dicht nebeneinander. Die Kreispaare scheinen jeweils zusammenzugehören.
Gestaltprinzip der ähnlichkeit: Objekte mit gleicher Gestaltung scheinen zusammenzugehören.
Gestaltprinzip der Guten Gestalt: Objekte werden als Repräsentaten idealtypischer Muster wahrgenommen. Im Beispiel sieht man einen Kreis. Allerdings handelt es sich um eine Ellipse.
Gestaltprinzip des Gemeinsamen Bereichs: Objekte, die von einem Rahmen umgeben sind, scheinen zusammenzugehören.
Gestaltprinzip des Guten Fortsetzung: Stetige Kurven, die sich überkreuzen, werden als getrennt voneinenander wahrgenommen.
Gestaltprinzip der Geschlossenheit: Geschlossene Formen werden als Einheiten wahrgenommen. Im Beispiel scheint ein großes Rechteck im Vordergrund und ein kleines im Hintergrund dargestellt zu sein. Eigentlich könnte es sich auch um 3 Rechtecke handeln.
Gestaltprinzip der Verbundenheit: Objekte, die miteinander verbunden sind, erscheinen als zusammengehörig.

Quelle: Zeichnungen in freier Anlehnung an WERTHEIMER (1923).

Verwendete Literatur:

Rikowski, S. (2015): Die Entwicklung computerbasierter Lehrmodelle zur Vermittlung technischer Bildungsinhalte. Göttingen: Cuvillier.

Wertheimer, Max (1923): "Untersuchungen zur Lehre von der Gestalt". In: Psychologische Forschung. Zeitschrift für Psychologie und ihre Grenzwis-senschaften. Bd. 4. Koffka, K. [u.a.] (Hrsg.). Berlin: Springer. S. 301-350